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Die 200 Menschen an Bord der MS Edelweiss kamen mit dem Schrecken davon - das Schweizer Flusskreuzfahrtschiff stiess mit einem Frachter zusammen. Bild: Thurgau Travel.

MS Edelweiss kracht vollbesetzt gegen Frachtschiff

Schockmoment für die 200 Personen an Bord der MS Edelweiss: Am Mittwochmorgen kam es im niederländischen Nimwegen auf der Waal zu einer Kollision zwischen dem Schweizer Passagierschiff und einem Frachter. Update: 148 der 160 Thurgau-Travel-Gäste setzen ihre Reise nach Amsterdam auf einem Ersatzschiff fort.

Am frühen Mittwochmorgen wurden die 160 Passagiere der MS Edelweiss unsanft aus dem Schlaf gerissen: Das Fluss-Kreuzfahrtschiff, welches für Thurgau Travel unterwegs war, stiesss gegen vier Uhr morgen im niederländischen Nimwegen mit einem mit Autos beladenen Frachter zusammen. Dazu soll die MS Edelweiss auf den Pfeiler einer Eisenbahnbrücke geprallt sein: Das Schiff erlitt ein Loch im Rumpf und an Bord brach ein Feuer aus, das aber schnell gelöscht werden konnte. Der Zugverkehr über die betroffene Eisenbahnbrücke musste zwischenzeitlich eingestellt werden.

Ein Video auf Youtube zeigt die frühmorgendliche Rettungsaktion:

Die 160 Passagiere und 42 Besatzungsmitglieder blieben mit einer Ausnahme unverletzt, wurden aber sicherheitshalber gegen 6 Uhr morgens von der Feuerwehr und der Wasserrettung an Land gebracht. Die Passagiere fanden zunächst im Rathaus von Nijmegen Unterschlupf. Das Frachtschiff überstand den Zusammenstoss mit leichten Schäden – die beiden Besatzungsmitglieder blieben unverletzt und konnten den Frachter selbständig an Land steuern. Die MS Edelweiss war auf dem Weg nach Amsterdam.

Update, 14.50 Uhr:

Hans Kaufmann, der Geschäftsführer von Thurgau Travel, bedauert in einer Mitteilung den Zwischenfall. Erste Priorität gelte dem Wohlergehen der Passagiere. 148 der 160 Schiffsgäste können gemäss seinen Ausführungen die Reise auf einem von der Reederei zur Verfügung gestellten Ersatzschiff fortsetzen. Zwölf Reisende werden die Reise beenden und schnellstmöglich in die Schweiz zurückkehren.

Die Reederei Scylla und Thurgau Travel äussern sich derzeit nicht zum Unfallhergang, «das ist Gegenstand der behördlichen Untersuchung», erklärt Hans Kaufmann. Der Zusammenstoss ereignete sich kurz vor 4 Uhr morgens unter der Eisenbahnbrücke der holländischen Stadt Nimwegen. Das Bauwerk wurde dabei beschädigt und musste für kurze Zeit gesperrt werden. Ein kleines Feuer im Rumpf des Passagierschiffes konnte schnell unter Kontrolle gebracht und gelöscht werden. «Wir setzen alles daran, um zur raschen Klärung des Zwischenfalls beizutragen», sagt Hans Kaufmann. Er sei sehr froh, dass der Zwischenfall ohne schlimmere Folgen ausgegangen sei. «Wir bedauern zutiefst, dass eine Person ins Spital überwiesen werden musste und wünschen ihr baldige Genesung.»

(LVE)