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Sind sichtlich stolz auf die gemeinsame Innovation «Zoe»: Sanjay Dhawan (Harman), Hyesung Ha (Samsung), Gianni Onorato (MSC Cruises) und Luca Pronzati (MSC Cruises). Bild: MSC Cruises

«Das teuerste Crewmitglied der MSC heisst Zoe»

Von Nicole Krättli

MSC Cruises gestaltet die Zukunft der Kreuzfahrt: Die Reederei hat in London den weltweit ersten virtuellen, persönlichen Kreuzfahrt-Assistenten vorgestellt.

Wo ist der Pool? Wann gibt es Abendessen? Welche Unterhaltungsprogramme stehen zur Auswahl? Ein grosses Kreuzfahrtschiff kann seine Gäste insbesondere in den ersten Tagen überwältigen. Die Passagiere der MSC Cruises sollen die Antworten auf ihre Fragen künftig möglichst schnell und unkompliziert erhalten. In Zusammenarbeit mit den Technologieunternehmen Harman und Samsung hat die Reederei deshalb einen auf Künstlicher Intelligenz basierenden Sprachassistenten namens Zoe entworfen. Das «smart device» soll erstmals auf der MSC Bellissima eingesetzt werden und dann auf jedem neuen Schiff in jeder Kabine verfügbar sein. So auch auf der MSC Grandiosa, die im November 2019 in Hamburg getauft wird, sowie auf der MSC Virtuosa, die 2020 in Dienst gestellt wird.

Hilfe in sieben Sprachen

Damit Zoe hält, was sie verspricht, hat das Entwicklerteam die häufigsten 800 Fragen identifiziert und die entsprechenden Antworten programmiert. Während des Trainings wurden 2,2 Millionen Fragevarianten in sieben verschiedenen Sprachen – neben Englisch unter anderen auch in Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch und brasilianischem Portugiesisch – sowie in 30 verschiedenen Dialekten gestellt. Mit dem Einsatz an Bord soll das intelligente System jedoch weiterlernen und so künftig noch mehr Fragen beantworten können. Wo sinnvoll, verbindet sich Zoe zudem mit dem smart TV in der Kabine und zeigt die gewünschte Antwort auf dem Bildschirm an. Da der digitale Assistent eine schiffsbasierte Lösung ist, können in einer ersten Version noch keine Aktualitäten, wie etwa Sportresultate, erfragt werden, erklärt Luca Pronzati, Chief Business Innovation Officer von MSC Cruises.

Hohe Entwicklungskosten

Gianni Onorato, CEO von MSC Cruises, ist überzeugt, dass die Reederei mit dem ersten virtuellen Sprachassistenten weltweit wesentlich zur Verbesserung der Kundenerfahrung beitragen kann. Das hat sich das Unternehmen auch etwas kosten lassen. Zwischen 10 und 20 Millionen Euro betrugen die Entwicklungskosten von Zoe, wie Luca Pronzati gegenüber Travelnews verrät. «Sie ist das teuerste Crewmitglied der MSC», scherzte Onorato während der Präsentation gestern Abend in London. Allerdings auch das effizienteste, betonte Sanjay Dhawan von Harman.

Zoe soll das Leben an Bord erleichtern, erklärt MSC Cruises CEO Gianni Onorato. Bild: MSC Cruises

Teil von «MSC for Me»

Obschon Zoe als virtuelle persönliche Kreuzfahrtassistentin rund um die Uhr im Einsatz ist, soll sie den zwischenmenschlichen Kontakt von Crew und Gästen nicht ersetzen. «Vielmehr soll sie den Passagieren Flexibilität bieten, komfortabel direkt von der Kabine aus auf Informationen zuzugreifen», so Onorato. Entsprechend soll künftig auch nicht weniger Personal auf den Kreuzfahrtschiffen eingesetzt werden, wie Luca Pronzati bestätigt.

Zoe ist Teil des digitalen Smart-Ship-Programms «MSC for Me», das die Kreuzfahrtengesellschaft im Jahr 2017 lanciert hatte. Neben einer App, welche Gäste bereits im Vorfeld und während ihrer Reise nutzen können, stehen unter anderem auch eine Vielzahl an interaktiven Bildschirmen, Info-Screens oder Access Points zur Verfügung.

Das Sprachsteuerungssystem kennt die Antworten auf 800 Fragen, so Luca Pronzati, Chief Business Innovation Officer von MSC Cruises. Bild: MSC Cruises