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Sie waren die Gastgeber des Abends (v.l.): Eugenia Rekling (Business Planning & Pricing), Sebastian Selke (Executive Commercial Director). Nastasia Mouttet (Marketing Manager), Inga Bühler (Sales Manager), Sylvie Boulant (Business Development Director), Achille Staiano (Vice President Global Sales) und Pythagoras Nagos (Country Manager Schweiz) von MSC Cruises. Mehr Bilder in der BILDGALERIE (aufs Hauptbild klicken). Alle Bilder: JCR

MSC Cruises: Das neue Zürcher Büro unterstreicht die Wachstums-Ambitionen

Von Jean-Claude Raemy

Am «Housewarming» der neuen Büros von MSC Cruises Schweiz nahmen während zwei Tagen insgesamt rund 80 Cruise-Profis teil. Dabei hörten Sie auch viel Spannendes über die Pläne der Reederei.

Am 9. und 10. Januar lud MSC Cruises Schweiz insgesamt 80 Branchenpartner zur Besichtigung der neuen Büroräumlichkeiten in Zürich ein – der Kreuzfahrt-Arm der in Genf domizilierten Reederei war im letzten November von Basel aus nach Zürich umgezogen. Die modernen und hellen, insgesamt 444 Quadratmeter grossen Büros liegen an der Stockerstrasse 23 im Herzen des Finanzviertels von Zürich.

Warum der Umzug vom Rheinknie in die Limmatstadt? «Wir wollten mehr Nähe zu den Partnern und ein repräsentatives Büro, welches für gute Sichtbarkeit bei Partnern und Endkunden sorgt», erklärt Country Manager Pythagoras Nagos. Als Verkaufsbüro ist es allerdings nicht gedacht: Neben einem exklusiven Showroom bietet der Standort dafür Kapazitäten für gemeinsame Veranstaltungen mit Geschäftspartnern. Die elegant gestalteten Räume sind mit neuester Technik und IT-Hardware ausgestattet. Es ist zudem ein Büro, wo man noch wachsen kann. Aktuell sind in Zürich 25 Mitarbeitende beschäftigt, wobei der Umzug von Basel nach Zürich für eine Staff-Veränderung um rund 25 Prozent gesorgt hat, wie Nagos ausführt. Nebst dem grossen, offenen Office gibt es noch einen zweiten grossen Büroraum, worin aktuell Business Development Director Sylvie Boulant allein arbeitet – natürlich ist geplant, dort künftig weitere Mitarbeitende unterzubringen.

Denn die Zeichen stehen auf Wachstum, wie der anwesende Vice President Global Sales Achille Staiano im Rahmen einer Präsentation wissen liess: «Bis 2027 werden 11 weitere grosse Kreuzfahrtschiffe und vier kleinere Luxusschiffe zur Flotte von MSC Cruises stossen. Wir haben die besten Slots bei den grossen Werften reserviert, um sicherzustellen, dass wir planmässig wachsen können. Mit diesem Investment von 13,6 Milliarden Euro werden wir bald 29 Schiffe haben. Wir rechnen damit, von knapp 2 Millionen Passagieren im Jahr 2017 auf insgesamt über 5 Millionen Passagiere im Jahr 2027 zu wachsen.»

Appell an die Schweiz

Grosses Potenzial wird dabei auch in der Schweiz geortet. «Bislang wächst der Schweizer Markt als Ganzes eher langsam; MSC Cruises liegt in der Schweiz aber deutlich über dem Durchschnitt», so Staiano, der MSC als klaren Marktleader in der Schweiz sieht. Es gebe aber noch viel zu tun. In Zahlen ausgedrückt: Nur rund 1,8 Prozent der Schweizer haben im letzten Jahr eine Kreuzfahrt unternommen, womit die Schweiz weit unter den Werten anderer Länder liegt. Die Marktgrösse liegt bei aktuell ungefähr 160‘000 Passagieren pro Jahr. «Wir müssen die Vorteile von Kreuzfahrten noch besser kommunizieren und auch noch vermehrt neue Zielgruppen wie Junge anziehen», gibt Nagos die Marschrichtung vor. Von den 23 Millionen Auslandreisen, welche Schweizer jährlich unternehmen, dauern 9 Millionen länger als vier Tage. «Wenn es uns gelingt, etwas mehr Anteil in letzterem Segment zu gewinnen, können wir stark wachsen», so Nagos.

Eine wichtige Rolle spielt dabei der stationäre Vertrieb. In der B2B-Strategie für das Jahr 2019 sind daher ein revidiertes Kommissionsmodell, mehr Co-Marketing-Aktivitäten, mehr Schulungen und ein verstärkter Fokus aufs Gruppengeschäft vorgesehen. So werde es im Buchungstool «MSC Book» demnächst eine E-Learning-Plattform namens «MSC Masters» geben.

Umweltschutz ist ein vorrangiges Thema

Bei der angesprochenen besseren Kommunikation geht es nicht nur darum, das gute Preis-/Leistungsverhältnis von Kreuzfahrten zu unterstreichen, sondern es muss auch offensiver über die Umweltleistungen der Reedereien gesprochen werden. «Unsere neuen Schiffe sind in Sachen Abfall-Management, Nahrungsmittel-Recycling, Abwasser-Aufbereitung und Ausstoss-Management auf dem neusten Stand», sagt Staiano mit Nachdruck. Alle neuen Schiffe werden bereits über «Scrubber» verfügen, eine Art Filter, welche den Rauchausstoss in Dampf verwandelt und schädliche Partikel zurückhält. Bis 2020 werden auch alle älteren Schiffe damit ausgerüstet sein. Kostenpunkt pro Schiff: 12-15 Millionen Euro.

«Die Cruise-Industrie legt sich selber stringente Umweltregeln auf», so Staiano, der darauf hinweist, dass die Bemühungen auch an Land geschehen müssen: «Wenn wir beispielsweise Alu an Bord rezyklieren und getrennt an Land abgeben, wird es dort teils doch wieder mit herkömmlichem Abfall entsorgt. Das ist doch nicht Schuld der Reedereien.» Er weist auch darauf hin, dass bis März 2019 Einwegplastik in der ganzen MSC-Flotte verschwinden wird – Plastikröhrchen werden dann nachhaltig, zum Beispiel aus Bambus gefertigt, angeboten.

Auch in Sachen LNG mischt MSC vorne mit. Staiano gibt aber zu bedenken, dass der Amortisierungs-Zeitraum für ein grosses Kreuzfahrtschiff bei rund 30 Jahren liegt und sich in dieser Zeit gerade in Sachen Umwelt noch vieles ändern könne. MSC werde aber alle notwendigen Investitionen tätigen, um stets an der Spitze der Technologie zu sein, «auch wenn die Schiffe dereinst Batterie-betrieben sind».

Weitere Investitionen sind natürlich etwa die Integration von Shows des Cirque du Soleil an Bord der künftigen Schiffe, oder von «Zoe», einer Art MSC-eigenen Alexa fürs Schiff als Teil des «MSC for Me»-Programms, der Eröffnung einer eigenen Insel auf den Bahamas sowie eben der Einstieg ins Luxus-Segment. MSC ist für die Zukunft bereit – auch in der Schweiz, wie das neue Team in den neuen Büros diese Woche eindrücklich gezeigt hat.

Sie hatten viel Spannendes zu erzählen: Achille Staiano (Vice President Global Sales, MSC Cruises, Genf) und Pythagoras Nagos (Country Manager Switzerland, MSC Cruises, Zürich).