Business Travel

businesstravel_adobestock.jpg
Werden künftig genauso viele Geschäftreisende an den Flughäfen anzutreffen sein? Bild: Adobe Stock

Von wegen baldige Normalität bei den Geschäftsreisen

Zoom, Skype & Co. werden echte Business-Meetings nie ersetzen, lautet die Hoffnung im Geschäftsreise-Sektor. Eine Befragung Schweizer Top-Firmen zeigt vorerst ein anderes Bild. Und was denken Sie? Nehmen Sie an unserer Umfrage teil.

Es gehört zur DNA des Touristikers, Schönwetter zu verbreiten. Auch bei den Geschäftsreise-Anbietern sieht das nun während der Krise nicht anders aus. In der Nach-Corona-Zeit würde sich der Sektor Business Travel bald schon wieder erholen. Mantramässig hört man aus der Branche: Zoom, Teams, Skype & Co. seien zwar nützlich, doch ein echtes Treffen mit Handshake, Smalltalk und tiefem Blick in die Augen sei unersetzlich. Der Rückgang bei den Geschäftsreisen werde nur mimim ausfallen, wenn überhaupt.

Stellvertretend für die Schönwetter-Fraktion hat neulich Airbus-CEO Guillaume Faury in der «NZZ am Sonntag» – nicht ganz uneigennützig – gesagt: «Die Unternehmen merken: irgendwann müssen sie ihre Kunden und Lieferanten wieder persönlich treffen. Wenn sie selber ihre Kunden nicht mehr persönlich treffen, die Konkurrenten aber schon, dann haben sie einen Wettbewerbsnachteil. Auf Geschäftsreisen zu verzichten, funktoniert nicht. Die Menschen werden nicht wengier als vor der Pandemie fliegen.» Was dem Airbus-Umsatz wohl gut tun würde.

Zurück zur Normalität also? Zweifel sind angebracht, ob es künftig auf dem gleichen Niveau weitergehen wird. Jetzt deuten nämlich Aussagen von Schweizer Top-Firmen auf erheblich weniger Geschäftsreisen hin.

«Unsere neue Reise-Policy sieht eine signifikante Reduktion von Geschäftsflügen vor.»

Der «Sonntagsblick» hat einige der wichtigsten Schweizer Firmen befragt, wie sich bei ihnen künftig Geschäftsflüge entwickeln werden. ABB, Autoneum, Credit Suisse, Lonza, Nestlé, Novartis, Roche, Schindler, Swiss Life und Zurich antworteten – der Tenor lautet: nach Ende der Pandemie wird das Ausmass an Geschäftsreisen so tief wie möglich gehalten.

«Wenn wir in eine Post-Pandemie-Phase übergehen, werden Remote-Arbeit und Videokonferenzen nicht verschwinden», sagt eine UBS-Sprecherin. Und eine Sprecherin des Pharmariesen Roche sagt: «Unsere neue Reise-Policy sieht eine signifikante Reduktion von Geschäftsflügen gegenüber dem Niveau von vor der Pandemie vor.» Man halte die Mitarbeitenden dazu an, jede geplante Geschäftsreise bewusst auf Notwendigkeit, Alternativen und potenzielle negative Einflüsse zu prüfen.

Weiter sagt eine Sprecherin der Zurich Versicherung: «Die Erfahrung im Jahr 2020 hat gezeigt, dass unse­re Mitarbeitenden auch ohne Geschäftsreisen erfolgreich Kunden mit vollständig digitalisierten Dienstleistungen bedienen können».

Trotz dieser aufkommenden Wolken, hält die Flugbranche an den Schönwetter-Aussichten fest. Eine Sprecherin des Flughafens Zürich prognostiziert die Entwicklung der Geschäftsreisen so: «Durch die Videokonferenzen dürfte der Bedarf an kurzen Geschäftsreisen zwar sinken. Das wird jedoch kompensiert durch die weiter steigende internationale Vernetzung, das Bevölkerungs- sowie das Wirtschaftswachstum».

Und was denken Sie?

(GWA)