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AirPlus bietet bereits seit 2005 die AirPlus A.I.D.A. Virtual Card an. Bild: AirPlus

Schweizer sind noch zögerlich bei virtueller Bezahlung

Eine weltweite Umfrage von AirPlus International belegt die steigenden Nutzungszahlen von Virtual Cards bei Geschäftsreisenden. Die Schweiz hinkt aber noch hinterher.

Weltweit nutzt rund ein Drittel aller Unternehmen (31 Prozent) schon Virtual Cards beim Bezahlen von Hotelübernachtungen. Innerhalb von nur vier Jahren haben sich die Nutzerzahlen damit vervierfacht (2015: 8 Prozent).

Dies geht aus einer aktuellen Umfrage des Geschäftsreise-Dienstleisters AirPlus International bei insgesamt 1285 Geschäftsreisenden in 18 Ländern und 676 Travel Manager in 13 Ländern hervor. Bei Zahlungen durch Virtual Cards wird eine Kreditkartennummer digital generiert und für den Bezahlvorgang verwendet. Abrechnung und Kontrolle erfolgen zentral. Am verbreitetsten ist diese Bezahlmethode in Australien, wo 46 Prozent der Unternehmen virtuelle Kreditkarten nutzen, am wenigsten sind es aktuell noch in der Schweiz, wo immerhin jede zehnte Firma Virtual Cards einsetzt.

Andy Stehrenberger, Geschäftsführer von AirPlus in der Schweiz.

«Im internationalen Vergleich zeigen sich die Schweizer Firmen noch zurückhaltender, was die Verwendung virtueller Kreditkarten angeht. Wir stellen aber fest, dass auch hierzulande die Vorzüge von virtuellen Bezahllösungen den Firmenbedürfnissen entsprechen und die Nutzerzahlen der Virtual Cards zunehmend wachsen», sagt Andy Stehrenberger, Geschäftsführer von AirPlus in der Schweiz.

Am häufigsten nutzen Unternehmen bei der Bezahlung von Hotelbuchungen demnach nach wie vor Corporate Cards. 74 Prozent aller befragten Reiseverantwortlichen setzen auch auf die Firmenkreditkarten aus Plastik (Mehrfachantworten möglich).

Mehrheit nur selten unterwegs

Doch diese Bezahlart eignet sich nicht immer: Kreditkarten geben Unternehmen oft nur an regelmässige Geschäftsreisende heraus. Aber nur jeder Zehnte verreist mehr als zehnmal pro Jahr. Mehr als die Hälfte aller Geschäftsreisenden ist ein- bis maximal dreimal im Jahr unterwegs (51 Prozent), ein Viertel macht vier bis sechs Businesstrips im Jahr, wie die Umfrage von AirPlus zeigt.

Virtuelle Bezahlmethoden können hier eine ideale Lösung sein. Firmen erhalten damit wie bei Corporate Cards valide Daten. Das ist auch wegen eines weiteren Punktes wichtig: Immerhin 41 Prozent der Reisenden buchen ihre Hotelübernachtungen direkt beim Hotel oder über Online-Reisebüros und nicht über Geschäftsportale, wie die Umfrage von AirPlus belegt.

Insbesondere im Hinblick auf die Einhaltung der vom Unternehmen festgelegten Reiserichtlinien werden so unnötige Risiken geschaffen. «Ob eine Buchung zur Lieferantenpolitik passt, ist häufig unklar. Da die Daten beim Unternehmen erst hinterher erfasst werden, ist auch die Analyse der Reisekostenausgaben schwierig», gibt Stehrenberger zu bedenken.

Über eine Firmenbezahlung wie Corporate oder Virtual Cards erhalten Unternehmen dagegen direkt alle wichtigen Daten – und vermeiden zudem zeitfressende Prozesse. Fast zwei Drittel aller Geschäftsreisenden (63 Prozent) gaben an, dass sie mit diesen Bezahlwegen den geringsten Aufwand haben.

Andere Möglichkeiten sind allerdings ebenfalls weit verbreitet: 72 Prozent der Unternehmen setzen auch darauf, dass der Reisende selbst bezahlt und erst durch die Reisekostenabrechnung eine Erstattung erhält. Dabei zeigen sich zwar regionale Unterschiede, doch in allen befragten Märkten nutzt die Mehrheit der Unternehmen diesen Weg – mit 50 Prozent noch am wenigsten in den USA, in der Schweiz dagegen mit 88 Prozent am häufigsten. Selbst Barvorschüsse sind in insgesamt knapp der Hälfte der Unternehmen noch möglich (49 Prozent) – in der Schweiz sind es 30 Prozent. «Das ist zwar deutlich weniger als in anderen Ländern, aber die Zahl ist auch hier immer noch sehr hoch. Da das Unternehmen in Vorleistung tritt, hat das direkte Auswirkungen auf den Cashflow und ist sehr ineffizient. Versorgung und Abrechnung binden viele Ressourcen», sagt Stehrenberger.

(TN)