Business Travel

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Trotz politischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten dürften die Ausgaben für Geschäftsreisen in Europa 2019 weiter steigen. Bild: Hunters Race

Die Geschäftsreiseausgaben steigen wieder

Eine Studie von American Express Global Business Travel attestiert den europäischen Unternehmen trotz schwierigem Umfeld viel Optimismus - und dazu noch eine gute Berücksichtigung der Anliegen der eigenen Mitarbeitenden.

Politische und wirtschaftliche Krisen beherrschen die Medienlandschaft und damit auch die Wahrnehmung der Öffentlichkeit. Ist 2019 ein (weiteres) Krisenjahr? Nun, die Antwort lautet klar nein, zumindest aus Sicht des Geschäftsreisegiganten American Express Global Business Travel.

«Der europäischen Wirtschaft geht es gut – nimmt man das Geschäftsreise-Aufkommen als Indikator, sind auch die Zukunftsaussichten vielversprechend.» So heisst es in einer neuen Studie, dem diesjährigen «EVP Business Travel Barometer». Wie dieser zeigt, lag die im Jahr 2018 für Geschäftsreisen aufgewendete Summe um 3,8 Prozent über dem Vorjahr und damit um 0,4 Prozentpunkte höher als prognostiziert. Die Zahl der Geschäftsreisenden stieg innerhalb des Jahres um 3,6 Prozent. Im Jahr 2019, so die neue Prognose, werden die Ausgaben für Geschäftsreisen in Europa erneut steigen (um weitere 4,3 Prozent), denn 68 Prozent der befragten Unternehmen planen Reisen vor allem innerhalb Europas und ihrer Heimatländer.

Die Studie – die älteste regelmässige Untersuchung zum europäischen Geschäftsreisemarkt – zeigt auch eine Verschiebung der Prioritäten im Travel Management. Stand in den vergangenen drei Jahren die Sicherheit der Reisenden ganz oben auf der Liste, hat in diesem Jahr die Kostenkontrolle den ersten Platz inne, gefolgt von der Datensicherheit.

Obwohl die Zufriedenheit der Reisenden lediglich den vierten Platz erreicht, ist die Wichtigkeit bei den Unternehmen gestiegen. 71 Prozent der Unternehmen messen bereits diese Kennzahl – im Vorjahr waren es nur 56 Prozent. Infolgedessen nutzen inzwischen zwei Drittel (66 Prozent) der Unternehmen die Zufriedenheit der Reisenden als Instrument zur Mitarbeitermotivation. Das spiegelt sich auch in einer Abkehr von strengen Reisevorgaben: Fast die Hälfte der befragten Unternehmen (48 Prozent, plus 16 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr) hat ihre Reiserichtlinien geändert, von 2016 bis 2018 ist die Zahl der Unternehmen mit strengen Richtlinien um 16 Prozent gesunken – zu Gunsten grösserer Flexibilität.

ROI dank Geschäftsreisen

Gleichzeitig erkennen Unternehmen zunehmend den monetären Gewinn («Return on Investment», kurz ROI) durch Geschäftsreisen: 70 Prozent der Geschäftsreiseausgaben werden für die Pflege von Bestandskunden oder für mögliche Neukunden verwendet. 99 Prozent der Unternehmen betrachten Dienstreisen inzwischen als notwendige Kosten oder als direkten Beitrag zur Geschäftsentwicklung.

Laut Elyes Mrad (Senior Vice President & Managing Director International, American Express GBT) liegt die Herausforderung für Unternehmen 2019 darin, Kosten und Effektivität so auszubalancieren, dass Geschäftsreisen Umsatz und Gewinn unterstützen und gleichzeitig die Anforderungen und Erwartungen der Mitarbeiter erfüllen: «Wir erwarten, dass flexible, intelligentere Reiserichtlinien, Tools und Dienstleistungen, die schnell auf das Feedback der Reisenden reagieren, an Bedeutung gewinnen.»

(JCR)