Business Travel

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Andy Stehrenberger, der Geschäftsführer von Airplus in der Schweiz, erläutert die jüngsten Geschäftsreisetrends. Bild: HO

Rückgang der Low-Cost-Buchungen bei Geschäftsreisenden

Der Geschäftsreise-Dienstleister Airplus nennt die jüngsten Trends: Billigflieger verlieren an Bedeutung und Bewertungsportale werden bei der Hotelbuchung immer wichtiger. 

Zwar hat Easyjet erst vor zehn Tagen die wachsende Bedeutung von Geschäftsreisenden unterstrichen und den Anteil geschäftlich fliegender Passagiere mit 17 Prozent beziffert. Doch aus Sicht des Geschäftsreise-Dienstleisters Airplus haben Billigcarrier in den letzten zwei Jahren Anteile bei Geschäftsreisenden verloren.

Während 2016 noch knapp 10 Prozent der Geschäftsreisenden Low Cost Carrier buchten (9,9 Prozent), waren es gemäss Airplus 2018 nur noch 8,0 Prozent. Übermässig angestiegen sind die Flugkosten aber nicht: 2018 bezahlten Unternehmen pro Europaflug im Schnitt 435 Franken (2017: 433 Franken) und für Interkontinentalflüge 2978 Franken (2017: 2932 Franken).

Andy Stehrenberger, der Geschäftsführer von Airplus in der Schweiz, erläutert im Videobeitrag die jüngste Entwicklung:

Flüge von Geschäftsreisenden aus der Schweiz führen zu 74,6 Prozent zu einem Ziel innerhalb Europas, 24,2 Prozent sind interkontinental und 1,2 Prozent der über AirPlus abgewickelten Flüge finden innerschweizerisch statt. Die am häufigsten geschäftlich bereisten Städte sind London vor Düsseldorf, Wien und Berlin; auf der Langstrecke New York vor Shanghai, Singapur und Moskau.

An einem Montag im Oktober

Die beliebtesten Reisemonate sind September bis November – in diesen drei Monaten werden insgesamt 30,3 Prozent der geschäftlichen Flüge absolviert. Am wenigsten gereist wird im August (5,4 Prozent) und im Dezember (5,7 Prozent).

Obwohl sich das Thema Bleisure – also eine Verbindung der Geschäftsreise (Business) mit einem Freizeitaufenthalt (Leisure) – gerade auch bei der jüngeren Generation zunehmend Beachtung findet, bleibt der Montag der beliebteste Reisetag – 27 Prozent der über AirPlus abgerechneten Flugtickets fallen auf den Wochenanfang.

Zudem interessant: die Klimadebatte bleibt auch im Bereich der Geschäftsreisen nicht ohne Folgen. «Die Sensibilisierung für das Thema Umwelt hat auch im Bereich der Geschäftsreisen deutlich zugenommen. Wir registrieren beispielsweise zunehmend Anfragen nach Klima-Reportings sowie Umstellungen auf E-Billing und papierlose Prozesse. Von einem Flugboykott im Business Travel sind wir jedoch weit entfernt», kommentiert Stehrenberger eine Auswertung der Flugdaten der Airplus-Kunden. Die durchschnittlichen Ausgaben für Bahnreisen habe zwar leicht zugenommen, was aber nur dem üblichen Wachstum entspricht und kein Resultat der Klimadebatte darstelle.

Der Einfluss der Bewertungportale

28 Prozent der von Airplus befragten 2180 Geschäftsreisenden in 24 Ländern wählen ihr Hotel grundsätzlich auf Basis von Gästebewertungen. Weitere 58 Prozent lassen sich bei der Hotelauswahl zumindest gelegentlich von Bewertungen leiten.

Angesichts von monatlich 456 Millionen Besuchen auf Tripadvisor, dem weltweit beliebtesten Hotelbewertungsportal, könne das Thema auch von Reiseverantwortlichen in Unternehmen nicht mehr ignoriert werden, sagt Andy Stehrenberger: «Bewertungen von Leistungsträgern, insbesondere von Hotels, werden auch für Geschäftsreisen immer wichtiger. Wir raten deshalb dazu, dass Unternehmen diese den Mitarbeitenden zugänglich machen. Die Bewertungen durch die eigene Belegschaft bieten eine hervorragende Gelegenheit, um die hauseigenen Reisevorstellungen zu unterstützen. Die Mitarbeitenden vertrauen den Bewertungen von Kollegen und folgen durch die Buchung der vom Unternehmen bevorzugten Adressen dem Unternehmenskurs.»

Reiseverantwortliche sollten prüfen, ob der Anbieter ihres Hotel-Buchungstools Bewertungsmöglichkeiten anbietet. Falls dies nicht der Fall sein sollte, könnte ein unternehmenseigener Link zu einem öffentlichen Bewertungsportal eingerichtet werden. «Zahlreiche unserer Kunden verlinken bereits auf Portale, die geeignete Hotels für Corporate Travel beinhalten», so Stehrenberger. «Befürchtungen, dass die Mitarbeiter die Buchung über andere Portale vornehmen, haben sich nicht bewahrheitet. Wir konnten vielmehr beobachten, dass Informationen entsprechend eingeholt, die Leistungen letztlich aber im eigenen System gebucht werden.»

Der Vorteil der Verlinkung zu den Portalen: mehr Informationen – wie die zahlreichen Angaben zu Lage, Ausstattung und Verkehrsanbindungen der Hotels, die zum Standard der Portale gehören. Und schliesslich können durch die Bewertungen auf den Portalen schlechte Adressen von den guten getrennt und ausgeschlossen werden.

(GWA)